Solar-Carport: Kosten je Stellplatz und je kWp
Was ein Solar-Carport je Stellplatz kostet, woraus sich der Preis zusammensetzt und welche Faktoren ihn bewegen – mit dem öffentlichen Korridor von 1.500 bis 2.200 Euro je kWp netto und Beispielrechnungen für Vela, Strix Snow und Atlas Heavy.
Elite PV GmbH · Veröffentlicht am 18. Oktober 2026 · Zuletzt geprüft am 18. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Wer einen Parkplatz überdachen und zugleich Strom erzeugen will, fragt zuerst nach dem Preis je Stellplatz. Die ehrliche Antwort besteht aus einem Korridor und einer Liste von Faktoren, die ihn bewegen. Dieser Beitrag zeigt, wie sich die Investition zusammensetzt, wie Sie aus der Leistung je Stellplatz eine erste Größenordnung ableiten und welche Posten im Angebot gesondert stehen.
Der öffentliche Korridor: 1.500 bis 2.200 Euro je kWp netto
Parkpower rechnet im Konfigurator und auf der Seite Kosten mit einem Korridor von 1.500 bis 2.200 Euro je kWp netto. Er gilt für Tragwerk, Glas-Glas-Module, Wechselrichter und Verkabelung am Carport, Statik, Montage und Inbetriebsetzung – ohne Fundament-Sonderfälle, Tiefbau, Netzanschluss und Optionen. Der Korridor ist bewusst breit, weil zwei Anlagen mit gleicher Leistung je nach Standort deutlich auseinanderliegen können. Eine Rechnung je kWp ist außerdem aussagekräftiger als eine Rechnung je Stellplatz, denn die Fläche, die ein Stellplatz überdeckt, ist je Serie verschieden.
Aus dem Korridor lassen sich Größenordnungen ableiten, aber keine Zusagen. Verbindlich wird der Preis erst im Angebot, nachdem Statik, Fundament-Empfehlung und Netzanschluss für Ihren Standort geprüft sind.
Von der Leistung zum Preis je Stellplatz
Jede Serie bringt eine andere Leistung je Stellplatz mit. Bei Atlas Heavy sind es 3,564 kWp, bei Strix Snow im Beispiel B-6 3,78 kWp (je nach Konfiguration 3,73 bis 4,05 kWp) und bei Vela im Beispiel V-2 rund 4,01 kWp (V-1: 4,815 kWp). Die Spannen aller Konfigurationen stehen auf der Kostenseite. Multipliziert mit dem Korridor ergibt sich die indikative Investition je Stellplatz.
| Serie | Leistung je Stellplatz | Indikative Investition je Stellplatz (netto) |
|---|---|---|
| Atlas Heavy | 3,564 kWp | rund 5.350 bis 7.850 Euro |
| Strix Snow (Beispiel B-6) | 3,78 kWp | rund 5.670 bis 8.320 Euro |
| Vela (Beispiel V-2) | rund 4,01 kWp | rund 6.015 bis 8.820 Euro |
Die Spanne zwischen unterem und oberem Wert beträgt immer gut 45 Prozent. Wer früh plant, sollte deshalb mit beiden Enden rechnen und den Mittelwert nur als Orientierung nehmen.
Beispielrechnungen für typische Konfigurationen
Die Konfigurationen stammen aus den Serien-Datenblättern, die Beträge aus dem Korridor.
| Konfiguration | Stellplätze | Leistung | Investition netto, von bis |
|---|---|---|---|
| Vela V-1 (Single) | 1 | 4,815 kWp | rund 7.220 bis 10.590 Euro |
| Vela V-2 (Double) | 2 | 8,025 kWp | rund 12.040 bis 17.660 Euro |
| Strix Snow B-6 | 6 | 22,68 kWp | rund 34.020 bis 49.900 Euro |
| Strix Snow B-12 | 12 | 45,36 kWp | rund 68.040 bis 99.790 Euro |
| Atlas Heavy C-10 | 10 | 35,64 kWp | rund 53.460 bis 78.410 Euro |
| Atlas Heavy C-20 | 20 | 71,28 kWp | rund 106.920 bis 156.820 Euro |
Die Zahlen sind indikativ. Sie sagen nichts darüber, was Ihr Standort im Einzelfall verlangt, und enthalten keine Extras.
Woraus sich die Investition zusammensetzt
Hinter dem Preis je kWp stehen mehrere Bestandteile, die sich unterschiedlich entwickeln.
Tragwerk. Bei Atlas Heavy ein feuerverzinkter Schwerlast-Stahlbau nach EN 1090-1 (EXC2), bei Strix Snow ein verschraubter Stahl-Leichtbau, bei Vela eine Aluminiumstruktur 6005-T5 auf verzinkter Stahlbasis. Das Tragwerk ersetzt zugleich die Dachhaut, es kommt also keine zusätzliche Überdachung hinzu.
Module. Polaris-Glas-Glas-Module mit 540 Wp (Vela: 535 Wp) bilden die Dachfläche. Bei Atlas Heavy und Strix Snow sitzen sie in einer Halterung nach DIN 18008.
Elektrik. Strangverkabelung im Profil, Wechselrichter, Zähler und der Anschluss an die bestehende Verteilung.
Fundamente. Bei Atlas Heavy sind Bohrpfähle mit 700 bis 800 mm Durchmesser und 2.000 bis 2.500 mm Tiefe vorgesehen, bei Strix Snow Schraub- oder Köcherfundamente, bei Vela Streifen- oder Punktfundamente. Welche Variante passt, entscheidet das Bodengutachten. Mehr dazu im Beitrag Fundamente für Solar-Carports.
Statik und Planung. Die standortspezifische Bemessung für Schnee- und Windlast, Genehmigungsunterlagen und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber.
Montage. Vela ist in rund sechs Stunden montiert, Strix Snow B-6 in etwa einer Woche, Atlas Heavy C-20 in zwei bis drei Wochen. Bauseitige Vorleistungen wie Leerverrohrung und Anschluss sind Voraussetzung.
Preisfaktoren am Standort
Fünf Faktoren verschieben die Investition am stärksten.
Erstens der Baugrund. Auffüllungen, Fels oder schlecht tragende Schichten verlangen aufwendigere Fundamente. Zweitens die Schneelastzone und Windzone: Atlas Heavy ist für die Zonen 1 bis 3 beziehungsweise 1 bis 4 standortspezifisch bemessen, in Höhenlagen können verstärkte Profile nötig werden. Drittens der Netzanschluss: Reicht der vorhandene Anschluss nicht aus, entstehen Kosten für Verstärkung oder Trafostation (siehe Netzanschluss ab 100 kWp). Viertens die Größe der Anlage: Je mehr Stellplätze eine Anlage hat, desto besser verteilen sich Planung, Baustelleneinrichtung und Anschluss. Fünftens die Ausstattung: Farbgebung nach RAL, Beleuchtung im Tragwerk, Entwässerungslösung.
Extras gesondert betrachten
Speicher und Wallboxen gehören nicht zum Korridor. Der Konfigurator weist sie getrennt aus. Als Planungswert für den Speicher dient 2,5 kWh je Stellplatz; Wallboxen mit 11 oder 22 kW werden nach Bedarf ergänzt (mehr dazu unter Laden). Ein Lade-Cluster mit DC-Schnelllader von 60 bis 150 kW ist bei Atlas Heavy optional und wird projektbezogen kalkuliert.
Was die Steuer an der Rechnung ändert
Für Unternehmen verändern steuerliche Hebel die Nettobelastung. Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG erlaubt den Abzug von bis zu 50 Prozent der geplanten Anschaffungskosten bis zu drei Jahre vor dem Kauf, wenn der Gewinn im Abzugsjahr 200.000 Euro nicht übersteigt. Die Sonderabschreibung beträgt bis zu 40 Prozent. Im Eigenheim gilt für Module, Wechselrichter, Speicher und deren Montage bei Anlagen bis 30 kWp der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, das Carport-Tragwerk selbst wird mit 19 Prozent besteuert. Die Einordnung im Einzelfall gehört zur Steuerberatung. Eine Übersicht bietet die Seite Förderung, die Abschreibung behandelt der Beitrag AfA und Investitionsabzug.
So kommen Sie zu einer belastbaren Zahl
- Anzahl der Stellplätze und Fläche im Konfigurator eingeben und die Serie prüfen lassen.
- Korridor als Rahmen für das Budget notieren, getrennt nach Anlage und Extras.
- Bodengutachten und Netzanschlussauskunft früh anstoßen, denn sie bestimmen die größten Unsicherheiten.
- Angebot mit ausgewiesener Statik, Fundament-Empfehlung und Leistungsumfang einholen.
Erst das Angebot macht aus der Spanne eine Zahl. Bis dahin ist der Korridor ein Werkzeug zum Planen, nicht zum Zusagen.
Häufige Fehler bei der Budgetplanung
Drei Fehler treten bei der ersten Kostenschätzung immer wieder auf. Der erste ist, den Korridor mit einem Festpreis zu verwechseln und damit eine Zusage zu verbinden, die keiner geben kann. Der zweite ist, Extras zu vergessen: Wer Speicher, Wallboxen oder einen Netzanschluss erst später in die Rechnung nimmt, erlebt eine zweite Budgetrunde. Der dritte ist, nur auf die Investition zu schauen. Ein Solar-Carport erzeugt über Jahrzehnte Strom, deshalb gehört der Ertrag in die Betrachtung. Der Konfigurator rechnet mit 100 Prozent Eigenkapital und weist Ertrag und Eigenverbrauch aus, sodass Sie die Investition immer neben dem Nutzen sehen.
Kurz beantwortet
- Was kostet ein Solar-Carport je Stellplatz?
- Je nach Serie liegt die indikative Investition bei rund 5.300 bis 8.800 Euro netto je Stellplatz. Sie ergibt sich aus der Leistung je Stellplatz (3,6 bis 4,0 kWp) multipliziert mit dem öffentlichen Korridor von 1.500 bis 2.200 Euro je kWp netto.
- Warum nennen Sie einen Korridor und keinen Festpreis?
- Boden, Schneelastzone, Netzanschluss und Ausstattung unterscheiden sich von Standort zu Standort. Verbindlich wird der Preis erst im Angebot, nachdem Statik, Fundament und Anschlusssituation geprüft sind.
- Sind Speicher und Wallboxen im Korridor enthalten?
- Nein. Der Korridor bezieht sich auf die Solar-Carport-Anlage. Speicher und Ladeinfrastruktur weist der Konfigurator als Extras gesondert aus.
Quellen
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